RÜCKBLICK:Technische „Brain Hacks“, Schmerzmechanismen und Tumortherapien

Der BRAIN DAY 2021 bot spannende Einblicke in die Arbeit des SFB 874

Von der Grundlagenforschung zur Therapie – unter diesem Motto lud der Sonderforschungsbereich 874 am 29. September 2021 bereits zum zehnten Mal zum jährlichen BRAIN DAY ein. Erstmalig fand der Informationstag des SFB 874 als reine Online Veranstaltung statt, um seinen Gästen auch während der Corona-Pandemie interessante Einblicke in die Welt der Neurowissenschaften bieten zu können.
Rund 200 Menschen folgten der Einladung und ließen sich durch Vorträge und ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm neueste Forschungsergebnisse der Bochumer Neurowissenschaftlerinnen und Neurowissenschaftler näherbringen.

Austausch zwischen Fachleuten, Interessierten und Betroffenen

„Ich freue mich sehr, dass wir uns nach der pandemiebedingten Pause in 2020 heute hier wiedersehen,“ begrüßte Prof. Dr. Denise Manahan-Vaughan, Sprecherin des SFB 874, alle Gäste an den Bildschirmen.

Unserem Team liegt es am Herzen einerseits selbst zu erforschen, wie wir mit allen Sinnen erleben und verstehen – andererseits sehen wir unseren Auftrag aber auch darin, die Öffentlichkeit erleben und verstehen zu lassen, wie unsere Forschung funktioniert. Der BRAIN DAY schlägt die Brücke zwischen Wissenschaft, interessierten Laien und Betroffenen.

Prof. Dr. Denise Manahan-Vaughan, Sprecherin des SFB 874

Im ersten Vortrag des Nachmittags entführte PD Dr. Dirk Jancke, Optical Imaging Lab am Institut für Neuroinformatik der Ruhr-Universität Bochum, die Besucher in die Welt der technischen „Brain Hacks“ – ein spannender Vortrag mit verblüffendem historischen Bildmaterial, in dem die Gäste einige grundlegende neurophysiologische Verfahren kennenlernten und sich der „Sprache“ des Gehirns annäherten.

Podcast „TECHNISCHE „BRAIN HACKS“ – Welche Zugriffsmöglichkeiten haben wir auf Gehirnaktivität?“ von PD Dr. Dirk Jancke

Prof. Dr. Georg Juckel, LWL-Universitätsklinikum Bochum, stellte im Anschluss den Interessierten die Gesundheitswächter im Gehirn vor: die Mikroglia. Ist ihre Aktivität gestört, kann es zu Erkrankungen mit Veränderungen des Verhaltens und Erlebens kommen. Der Ärztliche Direktor der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Präventivmedizin betonte die Bedeutung dieses Phänomens auch im Zusammenhang mit der Corona-Situation und schlug so einen spannenden Bogen zu aktuellen medizinischen Fragestellungen.

Podcast „MIKROGLIA-AKTIVIERUNG – Die Gesundheitswächter im Gehirn und ihre Folgen für Schizophrenie und bipolare Störungen“ von Prof. Dr. Georg Juckel

Gehirnakrobatik und generatives Gedächtnis

Mit allen Sinnen erleben konnten die Besucher das Rahmenprogramm im Mittelblock des BRAIN DAYS. Der Musikwissenschaftler Michael Bradke, MobilesMusikMuseum Düsseldorf, bot mit „Takt, Ton & Tempo“ musikalische Gehirnakrobatik. Prof. Dr. Sen Cheng vom Institut für Neuroinformatik der Ruhr-Universität Bochum verblüffte die Zuschauer mit einem Videobeitrag zum generativen Gedächtnis.

Was den Besucherinnen und Besuchern des BRAIN DAYS sonst verborgen bleibt, machte der BRAIN DAY 2021 online sichtbar. Zwei Videoreportagen entführten die Besucher in die heiligen Hallen des Sonderforschungsbereichs – in die Labore. Sie erfuhren dabei, wie man Stress gezielt auslösen und messen kann sowie zu welchen Leistungen das Gedächtnis von Rabenvögeln in der Lage ist.

Geschlossen wurde der BRAIN DAY 2021 von zwei weiteren wissenschaftlichen Vorträgen: Wie die Kenntnisse der Schmerzmechanismen zur besseren Schmerztherapie beitragen können, erläuterte Prof. Dr. Elena Enax-Krumova, Neurologische Klinik und Poliklinik des BG-Universitätsklinikums Bergmannsheil Bochum.

Podcast „MEIN SCHMERZ IST NICHT DEIN SCHMERZ – Wie die Kenntnisse der Schmerzmechanismen zur besseren Schmerztherapie beitragen können“ von Prof. Dr. Elena Enax-Krumova

Um die Auswirkungen erfolgreicher Hirntumortherapien auf Gedächtnis und Persönlichkeit ging es im Exkurs von Prof. Dr. med. Uwe Schlegel, Neurologische Klinik des Universitätsklinikums Knappschaftskrankenhaus Bochum.

Podcast „ERFOLGREICHE HIRNTUMORTHERAPIEN – Welche Auswirkungen haben sie auf Gedächtnis und Persönlichkeit?“ von Prof. Dr. med. Uwe Schlegel

Neuauflage des BRAIN DAYS für den 14. September 2022 geplant

Die Gäste folgten der Veranstaltung teils gespannt-interessiert, teils mit einem Lächeln auf den Lippen – eine gelungene Mischung. Und auch die teilnehmenden Selbsthilfegruppen profitierten vom Austausch mit Fachleuten, Interessieren und Betroffenen. Heinz-Dieter Campa, Deutsche GBS-CIDP Selbsthilfe: „Der Tag war ein voller Erfolg für uns. Wir haben mit Prof. Elena Enax-Krumova einen Online-Vortrag für unsere Mitglieder vereinbart. Zudem werde ich selbst am „Bildungsinstitut für Berufe im Gesundheitswesen der St. Elisabeth-Stiftung“ in Bochum einen Erfahrungsbericht zur Polyneuropathie halten.“

Und auch im folgenden Jahr soll wieder ein BRAIN DAY stattfinden: am 14. September 2022.
Das Team des SFB 874 hofft auf eine Präsenzveranstaltung im Veranstaltungszentrum der Ruhr-Universität Bochum.

Dankeschön!

Ein so buntes Programm ist nicht ohne die Hilfe vieler engagierter Menschen möglich. Sie haben entschieden zu einem erfolgreichen BRAIN DAY 2021 beigetragen und wir möchten uns ganz herzlich bedanken bei:

Aylin Apostel, Michael Bradke, Kathrin Braungardt, Heide Brusis, Prof. Dr. Sen Cheng, Dr. Sabine Dannenberg, Arne Dessaul, Prof. Dr. Elena Enax-Krumova, Analia Espinoza, Eva Gentes, Lukas Hahn, Ursula Heiler, James Hibbard, Elisabeth Hummel, PD Dr. Dirk Jancke, Prof. Dr. Georg Juckel, Anna König, Konstantin Kunze, Anke Maes, Prof. Dr. Denise Manahan-Vaughan, Romina Monschau, Lena Pfeifer, Sabine Römer, Prof. Dr. Jonas Rose, Tobias Rüttgens, Prof. Dr. med. Uwe Schlegel, Lea Seitter, Roswitha Senn, Alexander Siedhoff, Henry Soldan, Pia Strater, Prof. Dr. Oliver T. Wolf, Murat Yilmaz

und bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der folgenden Selbsthilfegruppen: